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Aktuelle Meldung



12-02-10 - Rubrik: Aktuelles (Startseite)

Rückblick: Theologische Tagung des MLB in Seevetal



Vom 25. bis 27. Januar 2010 führte der Martin-Luther-Bund seine norddeutsche Tagung in Seevetal durch.

Thematisch wurde die Herausforderung des Studiums der Theologie aufgenommen und zugespitzt auf die Frage, inwiefern es im Interesse der Kirchen(leitungen) zu organisieren und durchzuführen ist.




Nach einer nachmittäglichen Diskussionsrunde im Plenum, die auf die Themenstellung und die eigenen Fragen hinführte, zu der Generalsekretär Dr. Rainer Stahl hinführende Thesen vorgelegt hatte, versammelte ein festlicher Gottesdienst unter Leitung der Vereinsverantwortlichen – Pastor Gunnar Berg (Martin-Luther-Bund in Schleswig-Holstein), Pastor Andreas Siemens (Martin-Luther-Bund Hannover) und Pfarrer Dr. Pál Fónyad (Martin-Luther-Bund in Österreich) – alle Teilnehmenden. Pfarrer Tiit Pädam aus Tallinn von der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche predigte.

 

Am Dienstag führte zuerst Bischof Mindaugas Sabutis aus Vilnius (Evangelisch-Lutherische Kirche Litauens) aus dem Blickwinkel eines kirchenleitend verantwortlichen Partners in die Themenstellung ein und formulierte mehrere Erwartungen und Aufgaben, wie die theologische Ausbildung der Laien, die Entwicklung eigener Begriffe in der Muttersprache für theologisch wichtige Sachverhalte, die auch konfessionsunterscheidend sein können, und die Regelung der beruflichen Zukunft und Absicherung junger Pfarrer. Danach benannte Prof. em. Dr. Walter Sparn, Erlangen, gewichtige Veränderungen in der Theologielandschaft unserer Zeit in Deutschland, wie z.B., dass jedes Fachgebiet seine eigene Geschichte, Hermeneutik und Systematik entwickelt und so das fächerübergreifende Gespräch innerhalb der Theologie, wie es noch vor 40 Jahren selbstverständlich war, kaum noch stattfindet. Außerdem verwies er darauf, wie stark viele traditionell wichtige theologische Themen aus den Fakultäten in fächerübergreifende Forschungsprojekte auswandern und dort neben Theologen von Juristen, Historikern, Literaturwissenschaftlern und anderen Fachleuten bearbeitet werden – Themen wie »Schuld«, »Tod«. Sein Referat wurde ergänzt durch wichtige Hinweise aus der Arbeit der Predigerseminare, eingebracht von Pfarrer Paul Philipps vom Prediger- und Studienseminar der Nordelbischen Kirche in Ratzeburg. Er arbeitete heraus, dass das Ausbildungsziel die Herausbildung einer umfassenden Kompetenz ist.

 

Der Nachmittag des Dienstag stand im Zeichen eines intensiven Austauschs aller Teilnehmenden in Arbeitsgruppen zu den durch Gäste vertretenen Ländern und Kirchen. Dadurch wurde es möglich, die einzelnen Fragestellungen und Herausforderungen sehr genau wahrzunehmen.

 

Am Mittwoch, dem 27. Januar, referierte Prof. Dr. Arne Manzeschke, Bayreuth, über die Theologie im nichttheologischen Kontext und führte damit Beobachtungen von Dr. Sparn kompetent weiter.

 

Die Konferenz endete mit einer anregenden Podiumsdiskussion der anwesenden Fachleute zusammen mit allen Teilnehmenden im Plenum.