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Aktuelle Meldung31.01.2011 - Kategorie: Aktuelles (Startseite)
Das evangelisch-lutherische Bischofsamt – Tagung des MLB in Seevetal»In vielen Partnerkirchen des Martin-Luther-Bundes gewinnt das Bischofsamt spezifische Bedeutung. … Wir im Martin-Luther-Bund wollen mit unseren Partnerkirchen über die Möglichkeiten des Bischofsamtes nach unserer Tradition ins Gespräch kommen und sie durch unsere Reflexionen zu diesem Thema konstruktiv auf ihren Wegen begleiten.« Unter anderem mit diesen Sätzen hatten wir zu unserer diesjährigen Nordtagung vom 24. bis 26. Januar in Seevetal eingeladen. Etwa 60 Teilnehmende waren der Einladung gefolgt und bildeten eine hochinteressierte und -engagierte Arbeitsgemeinschaft zu den Fragen, die diese Thematik aufgibt. Ein wichtiger Schwerpunkt neben der thematischen Arbeit wurde wieder durch den »Abend der Begegnung« markiert, an dem die Ev.-Luth. Kirche des Ingermanlandes (Russland), die Ev.-Luth. Kirche Lettlands, die Ev.-Luth. Kirche Litauens und aus Rumänien (Siebenbürgen) die Ev.-Reformierte Kirche und die Ev. Kirche A.B. (die Kirche der Siebenbürger Sachsen) vorgestellt wurden.
Der andere Schwerpunkt neben der Arbeit zum Thema wurde – wie schon traditionell – durch das gottesdienstliche Leben markiert: und zwar mit dem Sakramentsgottesdienst am Montag Abend, in dem Bischofsbevollmächtigter Gothard Magaard, Schleswig, predigte und die Pastorinnen Birgit Mahn, Brunsbüttel, und Perla Akerboom, Nijmegen, das Heilige Abendmahl leiteten, sowie mit den Morgenandachten am Dienstag und Mittwoch, mit denen Pastorin Akerboom und die Theologiestudentin Mareike Hinrichsen-Moor, Hamburg, geistlich in die Arbeitstage einführten.
Trugen diese Schwerpunkte schon bei zu der geschwisterlichen und harmonischen Gemeinschaft von uns allen, so haben die Fachvorträge mit den anschließenden Diskussionen und die Gruppenarbeit zu verschiedenen Themenbereichen die themenbezogenen Hoffnungen an diese Tagung großartig erfüllt: Pastor Andreas Siemens, Bad Essen, gab einen durchaus kritischen Auftakt, der die wichtigsten Dimensionen bischöflichen Dienstes in den Blick rückte. Pfarrer Norbert Roth, München, informierte über Methodik und Ergebnisse seiner Dissertation zum Bischofsamt und deutete die Kraft zugunsten der Verwirklichung der Einheit der christlichen Kirche an, die in diesem Amt – auch für uns Lutheraner – liegt. Als nächsten Schritt wurde die Positionen anderer evangelischer Kirchen zum Thema Bischofsamt vorgestellt: durch Prof. Dr. Tamás Juhász, Cluj/Kolozsvár, Klausenburg, aus der Sicht der reformierten Theologie und Kirche und durch Bischöfin Rosemarie Wenger, Frankfurt am Main, aus derjenigen der methodistischen Theologie und Kirche. Den Abschluss bildete der lebendige und im Gespräch mit Artikel 28 des Augsburger Bekenntnisses von 1530 argumentierende Bericht des Präsidenten unseres Martin-Luther-Bundes, Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss, Regensburg, der die Sinnhaftigkeit des bischöflichen Dienstes überzeugend herausstellte und in einen ausführliche und lebhafte Diskussion mündete. Von eigenem Gewicht und eigener Bedeutung war der Dienstag Nachmittag, an dem die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen diskutiert und gearbeitet haben – und zwar zu den Möglichkeiten und Grenzen des seelsorgerlichen Dienstes der Bischöfe (mit Regionalbischof Dr. Weiss), zum Arbeits- und Aufgabenpensum der Bischöfe (mit Bischofsbeauftragtem Magaard), zum Verhältnis von Pfarramt und Bischofsamt (mit Pastor Siemens) und zum bischöflichen Dienst in evangelischen Kommunitäten (mit Landesbischof i.R. Jürgen Johannesdotter, Bückeburg, und Pfarrer Konrad Schieder, Hamm). In diesen Arbeitsgängen wurde eine Fülle von Dimensionen zusammengetragen, die in und zwischen den Kirchen erfüllte werden müssen, ob nun ein personales Amt dafür angeboten wird oder nicht und ob dieses Amt »bischöfliches« genannt wird oder nicht.
Besinnungen zu Predigttexten der kommenden Sonntage durch Pastorin Elfriede Siemens, Bad Essen, haben die Tagungsgemeinschaft in spezifischer Weise unter das Wort Gottes gestellt. Mit Dank an die Verantwortlichen sind die Teilnehmenden am Mittwoch Nachmittag bereichert abgereist.
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